Wandern um den Großdöllner See: Waldidylle, historische Spuren & Stille

Eintauchen in den tiefen Wald, den Duft von Mischwald atmen und auf historischen Pfaden wandern: Eine Tour um den Großdöllner See im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gehört ohne Zweifel zu den schönsten Waldwanderungen der Region. Startpunkt ist der Parkplatz am Botanikum – ab hier heißt es: 100 % Natur pur.

✔️ Tour-Check

  • 🏁 Start & Ziel: Parkplatz Botanikum im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin,

  • 📏 Streckenlänge: ca. 11,5 km
  • ⏱️ Dauer: ca. 2,5- 3,5 Stunden (zzgl. Pausen)
  • 🏔️ Charakter: Moderate Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich.
  • 🦟 Ausrüstungs-Tipp: Mückentötolin mitnehmen!
  • 🏠 Einkehrmöglichkeit: am Start & Ziel Restaurant Hotel Döllnsee
  • 📥 Download: Wandern um den Großdöllner See.gpx

Naturbelassene Pfade & Blicke durchs Dickicht

Die Route führt auf schmalen, naturbelassenen und wunderbar zu begehenden Wanderwegen fast durchgehend am See entlang. Auch wenn sich der Weg phasenweise etwas verbreitert, bleibt der Charakter rundum natürlich. Der Großdöllner See ist meist dein treuer Begleiter auf der linken Seite – mal schimmert das Wasser nur zart durch das dichte Grün, doch nach etwa 3 Kilometern öffnet sich der Wald und gibt einen traumhaften, freien Blick auf die Wasserfläche preis.

Dunkle Geschichte: Carinhall & die Wachtore

Nach rund 4,5 Kilometern trifft man auf ein düsteres Kapitel deutscher Geschichte. An dieser Stelle stand einst „Carinhall“, das pompöse Jagdanwesen des NS-Reichsmarschalls Hermann Göring. Ab 1933 als Repräsentationsbau errichtet und mit Raubkunst gefüllt, ließ Göring das Areal im April 1945 vor dem Anrücken der Roten Armee selbst sprengen. Heute erinnern eine Infotafel und ein Gedenkstein an den historischen Ort. Auf dem anschließenden, gut einen Kilometer langen Abschnitt auf breiterer Waldstraße passiert man noch alte Wachtore links und rechts – stumme Überbleibsel der einstigen Bewachung und Sicherung dieses Areals.

Judenbrücke, kleine Entdeckungen & Geschichte am Döllnsee

Wenig später überquert man die historisch benannte Judenbrücke. Wo sonst ein munteres Bächlein unter den Planken durchfließt, zeigte sich das Bett bei meiner Tour sommerlich trocken. Dahinter übernimmt wieder der wilde, verschlungene Waldweg.

Die Natur zeigte sich am Wegesrand von ihrer detailreichen Seite: Eine erstaunlich dicke Raupe kreuzte den Pfad und am Boden gab es ungewöhnliche Pilzformationen zu entdecken.

Gegen Ende der Runde erreicht man das geschichtsträchtige Hotel Döllnsee. Auch dieser Ort erzählt Geschichte: Zu DDR-Zeiten diente das Anwesen als Staatsgästehaus und exklusives Jagddomizil für die Führungsebene der SED. Heute ist es ein ruhiges Hotel – und wer möchte, kann im dortigen Restaurant die Wanderung bei einer Einkehr am Wasser stilvoll ausklingen lassen. Ein rundum gelungener Tag im Herzen der Schorfheide!