🤠 Röhren hören: Auf abendlicher Großwildpirsch mit den Rangern bei Stützkow

Wenn der Herbst im Nationalpark Unteres Odertal einzieht, verändert sich die Geräuschkulisse im Tal dramatisch.

📍 Kurz- Infos zur RangerTour

  • 🏁 Start & Ziel: Parkpatz Am Hang Stützkow
  • ⏱️ Dauer:  ca. 4,5 bis 5,0 Stunden (inklusive Pausen zum beobachten& rasten)
  • 💶 Kosten: 15 €, inkl. Grillbuffet mit Wildbratwurst& Kartoffelsalat (Stand 2026)
  • 📝 Anmeldung: Erforderlich unter naturschutzfonds.de
  • 📊 Niveau: Einsteigerfreundlich (Strecke ca. 5 km)
  • ✨ Highlights: Brunft der Rothirsche, Grillen am Lagerfeuer
  • 🎒 Tipp: Wasser mitnehmen!

An einem lauen Herbstabend ging es für mich auf die geführte Ranger-Tour „Röhren hören – Auf Großwildpirsch“. Start- und Zielpunkt war der Parkplatz am Hang in Stützkow. Ein Abend voller Naturwissen, abendlicher Stille und faszinierender Soundkulisse unter dem Sternenhimmel!

Königsbegrüßung am Parkplatz & Weitblick über die Polder

Die Gruppe hatte sich noch nicht einmal richtig in Bewegung gesetzt, da wartete bereits das erste Highlight: Ein großer Adler steuerte in majestätischem Flug direkt auf uns zu und überflog die Gruppe – im Fernglas glasklar zu erkennen. Was für eine Begrüßung zur Einstimmung!

Erster Anlaufpunkt war ein spektakulärer Aussichtspunkt mit weitem Blick über das Odertal. Hier erläuterte der Ranger die Funktionsweise der Polderwiesen und die dynamische Wasserregulierung, die diesen Nationalpark so einzigartig macht.

Spannendes Hirsch-Wissen & Wildgrill am Dorfklub

Anschließend ging es in die Stützkower Kirche, wo eine anschauliche Präsentation vorbereitet war. Im Fokus: Der Unterschied zwischen Echthirschen und Trughirschen sowie zwischen Reh- und Rotwild. Für mich besonders überraschend: Rotwild ist von Natur aus gar kein reiner Waldbewohner, sondern bevorzugt eigentlich Offenland-Flächen!

Gut informiert ging es weiter zum Dorfklub Stützkow, wo ein deftiges Grillbuffet mit Wildbratwurst und Kartoffelsalat wartete. Anhand von echten Anschauungsgeweihen gab es weitere Einblicke in das Wachstum der Geweihe und die Aufgaben moderner, nachhaltiger Jagd in der Region.

Rein in die Dunkelheit: Wärmebild & Soundkulisse

Gegen 19:00 Uhr brach die Gruppe schließlich in die aufziehende Dunkelheit des Odertals auf. Kaum war die Brücke Stützkow überquert, hallten auch schon die ersten imposanten Röhrlaute durch die Nacht. 

Da das klassische Fernglas in der Finsternis an seine Grenzen stieß, kamen Wärmebildkameras zum Einsatz. Zwar zeichneten sich die Tiere darin eher als helle, schemenhafte Gestalten ab – worüber man im ersten Moment vielleicht kurz schmunzeln muss –, aber die Technik machte die Präsenz der Hirschgruppe mitten im Dunkeln greifbar.

Das wahre Highlight war jedoch die akustische Kulisse: Das abwechselnde Röhren der Hirsche, das durch die Nacht schallte, durchsetzt vom protestierenden Geschnatter der Wildgänse, die von den lautstarken Wildtieren augenscheinlich am Schlafen gehindert wurden!

Unter einem fast sternenklaren Himmel, erhellt vom sanften Licht des Halbmonds, blitzte sogar eine deutliche Sternschnuppe auf – der perfekte Wunsch-Moment. Eine rundum lehrreiche, ehrliche und stimmungsvolle Ranger-Tour im Herzen des Unteren Odertals!