Feierabendrunde mit Knalleffekt: Warum die Ernte plötzlich stoppte und was Bier damit zu tun hat

Veröffentlicht am 16. Juli 2026 um 19:05

Wer sagt eigentlich, dass Feierabendrunden auf dem Bio-Bike Routine sind? Gestern wurde ich auf meiner klassischen Runde einmal mehr eines Besseren belehrt. Als ehemaliger Großstädter ist die beginnende Erntezeit für mich ohnehin ein absolutes Highlight. Der Geruch von trockenem Stroh, das Summen der Natur und diese gewaltigen Maschinen auf den Feldern – da werde ich wieder zum kleinen Jungen mit leuchtenden Augen!

Doch was als ganz normale Beobachtungsfahrt begann, endete gestern mit einer echten uckermärkischen Exklusiv-Story.

Das große Summen am Sonnenblumenfeld Alles fing so friedlich an: Auf halber Strecke konnte ich beobachten, wie ein Mähdrescher für seinen Einsatz auf einem großen Gerstenfeld startklar gemacht wurde. Direkt neben der Gerste leuchtete ein riesiges Sonnenblumenfeld in der Sonne. Und direkt davor: die „Honigfabriken“. Unzählige fleißige Bienen summten und brummten emsig hin und her – da bahnt sich im Spätsommer ganz sicher ein fantastischer Sonnenblumenhonig an!

Da ich den Mähdrescher beim Start nur von hinten im Blick hatte, beschloss ich, einfach eine kleine Schleife zu fahren. Rund 25 Minuten später stand ich wieder an derselben Stelle. Und das Timing war perfekt: Der Mähdrescher kam mir majestätisch entgegen, stoppte direkt vor mir und entleerte seine goldene Fracht mit einem dicken Schwall in den Anhänger des bereitstehenden Traktors. Ein tolles Motiv!

Halt, Erntestopp! Was ist hier los? Doch dann passierte etwas völlig Unerwartetes: Die Motoren verstummten kurz. Dann zuckelte der Traktor mit dem beladenen Anhänger vom Feld, und der Mähdrescher-Fahrer begann plötzlich, die Maschine abzurüsten. Das riesige Schneidwerk wurde wieder auf den speziellen Anhänger geladen und beide steuerten direkt auf mich zu.

Ich war völlig irritiert: Schon Feierabend? Mitten am Tag? Das Feld ist doch noch fast komplett ungemäht! Regen ist auch keiner in Sicht – was ist hier los? Ich sprach die beiden an und bekam eine Erklärung, die mein Genießer-Herz sofort höher schlagen ließ:

Das flüssige Geheimnis von Gut Kerkow! Der frisch gemähte, breite Streifen auf dem Feld war Winterbraugerste. Direkt daneben steht die Sommergerste, die noch etwas Zeit braucht. Und diese Gerste wird für etwas ganz Besonderes angebaut: zum Bierbrauen! Hier wird aktuell getestet, welche Gerstenart sich geschmacklich und qualitativ besser für den Brauprozess eignet.

Und jetzt kommt der absolute Knaller (den ich hier natürlich ganz vertraulich unter uns uckermärkischen Nachbarn weitererzähle 😉): Ab Herbst wird es auf dem Gut Kerkow echtes, selbstgebrautes Bier geben! Gut Kerkow braut zwar nicht selbst im eigenen Keller, hat aber einen professionellen Brauer damit beauftragt, aus der eigenen Kerkower Braugerste ein ganz exklusives, regionales Bier zu zaubern.

Ist das eine Geschichte oder ist das eine Geschichte? Aus der spontanen Feierabendrunde wird die Geburtsstunde eines neuen Uckermark-Biers. Ich für meinen Teil freue mich jetzt schon tierisch auf den Herbst – und werde die Gerstenfelder auf meinen nächsten Runden garantiert noch schärfer im Auge behalten!