Tierischer Gegenverkehr Manchmal braucht es nach der Arbeit gar kein großes Programm – einfach aufs Fahrrad schwingen, losradeln und schauen, was die Uckermark heute wieder für Geschichten schreibt. Auf meiner heutigen, etwas längeren 40-Kilometer-Feierabendrunde wurde ich jedenfalls bestens unterhalten.
Die Natur dreht hier gerade im Frühling richtig auf. Mein erster Stopp war ein echter Herzensbrecher: ein quirliger „Lämmer-Kindergarten“ direkt am Wegesrand. Den kleinen Wollknäueln beim Toben zuzusehen, lässt den Stress des Arbeitstages sofort verfliegen. Wenig später musste ich dann voll in die Eisen gehen. Mitten auf dem Asphalt lag eine Blindschleiche und genoss gefährlich ahnungslos die Restwärme der Straße. Nach zwei vorsichtigen, sanften Fingerstubsern meinerseits verstand sie den Wink, schlängelte sich sicher ins schützende Grün und ich durfte mich kurz als tierischer Lebensretter fühlen.
Großes Hallo und süßes Finale Die nächste Begrüßung ließ nicht lange auf sich warten und war deutlich lauter: Ein Esel am Zaun hieß mich mit einem ohrenbetäubenden, enthusiastischen „Iahhh!“ willkommen. Wer braucht schon eine Klingel, wenn man solche Streckenposten hat?
Nach so viel tierischer Gesellschaft und ordentlich Kilometern in den Beinen stand für mich fest: Jetzt fehlt nur noch die Belohnung für die Seele. Also gab es auf dem Rückweg noch einen wohlverdienten Zwischenstopp in der Eisschmiede in Pinnow. Ein leckeres Eis in der Abendsonne – das ist für mich der Inbegriff von uckermärkischem Sommerglück.
Mein Fazit: Wer behauptet, unter der Woche könne man nichts erleben, war noch nie spät nachmittags in der Uckermark unterwegs. 40 Kilometer voller Natur-Idylle, die den Kopf komplett freipusten!