Internationales Flair in der Provinz Am vergangenen Freitag durfte ich eine ganz besondere Perspektive auf meine neue Heimat genießen: Eine geführte Orgelreise, die uns von Prenzlau über das Uckerland bis nach Angermünde führte.
Besonders beeindruckt hat mich die Reisegesellschaft: Gäste aus England, Amerika und Australien waren angereist, um die berühmten uckermärkischen Instrumente zu hören. Da schwillt einem als „Neu-Uckermärker“ (ich bin jetzt seit gut einem halben Jahr hier) richtig die Brust vor Stolz!
Engpässe und Weitblicke Der Startschuss fiel an St. Marien in Prenzlau. Auch wenn die gerade erst eingeweihte, gigantische Hill-Orgel dort aufgrund des Eröffnungs-Trubels noch ihr eigenes Geheimnis blieb, war die Busfahrt von dort ein Erlebnis. Wenn der Bus exakt so breit ist wie die Allee und links und rechts das knallgelbe Rapsmeer und das frische Grün der Felder vorbeiziehen, merkt man erst, wie unbeschreiblich weit und schön dieses hügelige Land ist.
Von 2-Fuß-Pfeifen und Wagner-Glanz Über vier Stationen hinweg habe ich mein Laienwissen ordentlich aufpoliert:
Sternhagen: Hier erwartete uns die Kantorin aus Angermünde an einer wunderschönen, kleinen 👉 Wagner-Orgel in Sternhagen. Fachsimpeln über Fuß-Maße und Pfeifenhöhen inklusive!
Gerswalde: Ein Blick hinter die Kulissen der 👉 Orgel der Dorfkirche Gerswalde werfen. Wusstet ihr, dass eine Orgel im Grunde ein riesiger, begehbarer Schrank ist?
Angermünde (St. Marien): Das Heimspiel der Kantorin an der zweitgrößten 👉 Wagner-Orgel Deutschlands in Angermünde. Hier oben auf der geräumigen Empore wurde mir erst klar: Orgelspielen ist Hochleistungssport! Hände und Füße sind in permanenter Bewegung, während man gleichzeitig noch die Register zieht.
Gramzow: Der krönende Abschluss in der 👉 Klosterkirche Gramzow mit einem kleines Konzert, welches der Organist gab, der uns schon in Gerswalde unterhielt
Mein Fazit: Auch wenn Kirchenmusik sonst nicht mein täglicher Begleiter ist – diese Reise war faszinierend. Den Tag rundete unser Busfahrer ab, der zum Abschied ein Solo auf seiner Taschentrompete gab. Wer hätte gedacht, dass man auf einer Orgelreise lernt, woher der Spruch „alle Register ziehen“ kommt? Ein absolut gelungener Tag voller neuer Erkenntnisse!