📒 TAGEBUCH | 🚲 Wildes Angermünde: Wenn die Hausrunde zum Naturschauspiel wird

Veröffentlicht am 15. April 2026 um 15:17

Manchmal sind es nicht die weiten Reisen, sondern die „üblichen“ Runden direkt vor der Haustür, die einen sprachlos machen. Heute habe ich mein Bio-Bike geschnappt (ja, hier wird noch mit reiner Muskelkraft gestrampelt!) und bin meine Runde um den Mündesee gefahren. Was ich dabei erlebt habe, lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: Magisch.

📍 Die "Bio-Bike"-Tour im Überblick

  • Route: Angermünde Altstadt – Mündesee – Anhöhe – Kerkow – Angermünde

  • Tier-Sichtungen: Störche, Kraniche, Wildgänse, Alpakas, Schafe, Pferde, Hühner

  • Natur-Fakt: Gelbflechte = Bestnoten für die Luftqualität!

  • Anstrengung: Doppelte Runde heißt doppeltes Waden-Training.

Stadtwache aus der Luft und surfende Gänse

Schon beim Durchfahren der Angermünder Altstadt fing es an: Knapp über den Dächern drehte ein Storch seine Kreise, fast so, als würde er die historische Kulisse bewachen. Am See angekommen, gab es dann die ersten sportlichen Höchstleistungen zu bewundern – allerdings nicht von mir, sondern von den Wildgänsen. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie sie bei der Landung ihre Schwimmfüße als „Surfbretter“ benutzen und elegant über die Wellen gleiten, bevor sie aufsetzen.

Die doppelte Portion Glück

Das Wetter war so phänomenal, dass ich spontan beschlossen habe: Eine Runde reicht heute nicht. Also bin ich die Runde gleich zweimal gefahren. Das hieß natürlich auch: Den Anstieg auf die Anhöhe gegenüber der Stadt ein zweites Mal bezwingen. Aber die Belohnung ließ nicht lange auf sich warten.

Bei Dobberzin standen in friedlicher Eintracht ein Kranich-Paar, ein Storchen-Paar und eine Gruppe Wildgänse zusammen auf dem Feld. Das Geheimnis? Ich bin diesmal nicht abgestiegen. Im ganz langsamen Vorbeifahren wurde ich als Radfahrer einfach akzeptiert und konnte die Tiere aus nächster Nähe beobachten, ohne dass sie die Flucht ergriffen.

Auf dem weiteren Weg gab es dann das volle „Landlust-Programm“: Hühner, Schafe, neugierige Alpakas und auf dem Rückweg über Kerkow noch majestätische Pferde. Manchmal vergisst man, wie lebendig unsere Uckermark eigentlich ist.

Das Geheimnis der gelben Bäume

Ein Detail hat mich heute besonders beschäftigt: Ein gelblicher Belag auf vielen Baumstämmen. Früher dachte ich immer mitleidig: „Oje, die armen Bäume, die sind bestimmt krank.“ Doch ein kurzes Gespräch mit der „Google-Tante“ belehrte mich eines Besseren.

Es handelt sich um die Gelbflechte. Und das Beste daran:

  • Sie schadet dem Baum überhaupt nicht.

  • Sie ist ein Indiz für besonders saubere und gute Luft.

Die Flechte „will also nur spielen“ und zeigt uns ganz nebenbei, wie gesund unsere Umwelt hier noch ist. Wenn das kein Grund ist, noch öfter vor die Tür zu gehen und tief durchzuatmen, dann weiß ich auch nicht mehr!

Mein Fazit des Tages: Man muss nicht weit weg, um Wildnis zu erleben. Manchmal reicht ein Fahrrad, ein sonniger Tag und ein offenes Auge für die kleinen (und gelben) Wunder am Wegesrand.