🥾 Wildnis vor der Haustür: Unterwegs im Melzower Forst
Eine Wanderung zwischen weiten Feldern, urigen Buchenwäldern und geheimnisvollen Waldgeräuschen. Start und Ziel: Bahnhof Warnitz.
📍 Tour-Check
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🏁 Start & Ziel: Bahnhof Warnitz
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📏 Streckenlänge: ca. 10 Kilometer
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⏱️ Dauer: ca. 3 Stunden (zzgl. Pausen zum Beobachten & Staunen)
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🏔️ Charakter: Erst sanft durch Felder, dann urig-wild durch den Wald. Zum Ende hin abenteuerlich und naturnah. Festes Schuhwerk dringend empfohlen (Morast-Gefahr am See!).
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⛰️ Höhenunterschiede: Leichtes uckermärkisches Hügelprofil.
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🍴 Einkehrtipp: Zum Abschluss der Tour lohnt sich ein Besuch im Mahlwerk – ein perfekter Ort, um die Eindrücke bei einer Stärkung Revue passieren zu lassen (Details in meinem Blog!).
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📥 Download: unterwegs im Melzower Forst.gpx
Wer in Warnitz aus der Bahn steigt oder das Auto abstellt, ahnt noch nicht, welche Wildnis ihn nur wenige Kilometer weiter erwartet. Diese knapp 10 Kilometer lange Runde führt uns durch das Naturschutzgebiet Melzower Forst – ein Ort, an dem die Natur noch Regie führt.
Von Kohlfeldern und "chillenden" Schwänen
Gleich nach der Bahnunterführung öffnet sich die weite uckermärkische Landschaft. Links wächst kräftiger Blattkohl, rechts streckt sich der junge Weizen der Sonne entgegen. Typisch für unsere Region: Die alten Obstbäume am Wegrand und das ferne Glitzern der Seen. Sogar die Tierwelt lässt sich hier nicht aus der Ruhe bringen – während auf dem einen Feld zwei Schwäne in der Sonne „chillen“, beobachtet in der Ferne eine Gruppe Rehe das Geschehen.
Rein in den "unaufgeräumten" Wald
Sobald man den Melzower Forst betritt, ändert sich die Kulisse. Hier ist der Wald noch echt: Was umfällt, bleibt liegen. Es duftet nach Moos und frischem Holz. Aktuell ist die Buchenernte in vollem Gange.
Eine kleine Anekdote vom Wegesrand: Ich traf zwei Waldarbeiter, die mit der Axt hantierten. Auf meine staunende Frage, ob sie die riesigen Holzstapel mit der Axt geschafft hätten, kam ein trockenes: „Klar, alles heute!“ – Echtes Holzfällerlatein eben! 😉
Das Flüstern und Knarren der Bäume
Im dichten Wald wird es mystisch. Das Rauschen der Baumwipfel vermischt sich mit dem Klopfen der Spechte. Besonders spannend: Die dicht stehenden Bäume reiben im Wind aneinander und erzeugen dabei fast schon unheimliche, ächzende Geräusche. Wer genau hinsieht, entdeckt abseits des Weges Bäume mit riesigen Höhlen – ein Werk der Natur (vielleicht vom Schwarzspecht?), das man so nur im Urwald findet.
Abenteuer am Bugsee
Der Weg wird im Verlauf immer schöner, wilder und abenteuerlicher. Am Bugsee zeigt die Natur ihre feuchte Seite – hier wird es auf einem kurzen Stück morastig. Gute Wanderschuhe sind hier Gold wert! Im Biberrevier konnte ich sogar einen einsamen Schwan beobachten, der ganz entspannt den Seeboden abgraste.
Fazit: Was erst wie eine schlichte Feldwanderung beginnt, entpuppt sich schnell als echtes Urwald-Erlebnis. Wer keine Angst vor ein bisschen Morast an den Stiefeln hat, wird mit einer Wildnis belohnt, die man so kaum vermuten würde.