Wanderung Großer Boitzenburger

Der Große Boitzenburger trägt seinen Titel als „Schönster Wanderweg 2009“ völlig zu Recht. Die Strecke führt fast ausschließlich durch dichte, abwechslungsreiche Wälder – von alten Buchen über Douglasien bis hin zu seltenen Abschnitten, in denen sich Fichten- und Laubwald direkt gegenüberstehen.

📍 Tour-Check

  • 🏁 Start & Ziel: Marstall Boitzenburg

  • 📏 Streckenlänge: ca. 20 Kilometer

  • ⏱️ Dauer: ca. 4,5 – 5,5 Stunden (zzgl. Pausen)

  • 🏔️ Charakter: mittel (wegen der Länge), abwechslungsreich

  • 🚶 Wegbeschaffenheit: Waldwege, schmale Pfade, Wildnis pur

  • ✨ Highlights: Singvogel-Konzert im Tiergarten/ Zerweliner Heide & die unendliche Weite
  • 🏠 Einkehrmöglichkeit: keine auf der Strecke (Rucksackverpflegung!), Eisbar am Start/Ziel

  • 🎒 Tipp: Genug Proviant und Wasser mitnehmen!

  • 📥 Download: Wanderung Großer Boitzenburger.gpx

Start am Marstall und das erste Konzert

Unsere Reise beginnt am imposanten Marstall in Boitzenburg. Ein Ort, der Geschichte atmet und den perfekten Ausgangspunkt für den „Großen Boitzenburger“ bildet. Kaum hat man den Ort verlassen und die berühmte MoccaMilchEisbar hinter sich gelassen, taucht man in das Naturschutzgebiet Boitzenburger Tiergarten ein. 

Hier wurde ich sofort mit einem überwältigenden Gratiskonzert begrüßt: Unzählige Singvögel feierten den Einzug des Frühlings. Nach einem langen, zähen Winter ist es ein Privileg zu sehen, wie die Natur jetzt förmlich explodiert. Das junge, fast leuchtende Grün an den Büschen und Bäumen ist Balsam für die Seele.

Auf den Spuren der Geschichte und der Flora

Man folgt stets der Markierung des „Großen Boitzenburgers“ – ein gelbes Kreuz auf weißem Grund. Dass dieser Weg 2009 zum schönsten Wanderweg gekürt wurde, spürt man auch heute noch auf jedem Meter. Die Strecke führte mich weiter in die Zerweliner Heide. Es ist faszinierend, wie abwechslungsreich der Wald hier ist: Mal steht man in einem dunklen, würzig duftenden Fichtenwald, nur um kurz darauf von majestätischen Buchen oder einer Gruppe exotisch anmutender Douglasien empfangen zu werden.

Ein besonderes Highlight für Geschichtsfreunde ist die Kaisereiche. Ob der Kaiser hier vor über 100 Jahren wirklich zur Jagd ging? Man kann es sich lebhaft vorstellen, während man im Schatten dieses Riesen kurz innehält.

Wildnis, Weite und kleine Wunder am Wegesrand

Kurz vor Naugarten ändert der Weg sein Gesicht. Die breiten Forststraßen weichen schmalen, verschlungenen Waldpfaden – Wildnis pur! Wer hier genau hinschaut, entdeckt die kleinen Wunder direkt am Boden. Von zarten Frühlingsblumen am Wegesrand bis hin zu den Bewohnern des Waldes: Ich hatte das Glück, sogar eine Schlange beim Sonnenbad auf dem Weg zu beobachten.

Tritt man dann aus dem dichten Wald heraus, offenbart sich die unendliche Weite der Uckermark. Dieser Blick ist unbeschreiblich: Ein Mosaik aus Feldern, kleinen Waldgruppen und sanften Hügeln, das sich bis zum Horizont zu erstrecken scheint. Man möchte einfach nur stehen bleiben und diese Freiheit einatmen.

Das Finale am Wasser und eine verdiente Belohnung

Erst gegen Ende der Tour zeigt sich das Element Wasser. Der Rummelpforter Mühlenteich ist ein beeindruckendes Gewässer, das eine wunderbare Ruhe ausstrahlt. Begleitet vom charakteristischen Ruf des Kuckucks – den ich wie so oft nur hörte, aber nie zu Gesicht bekam – ging es auf die Zielgerade.

Kurz vor Boitzenburg traf ich auf eine Gruppe Rinder, die so herrlich entspannt auf der Weide lagen, dass ich mich am liebsten direkt dazugesellt hätte. Nach gut 18 bis 19 Kilometern schließt sich der Kreis wieder an der MoccaMilchEisbar.

Und glaubt mir: Ein leckeres Eis schmeckt nach so einem Tag nicht nur wie eine Belohnung, sondern wie der perfekte Abschluss eines echten Erlebnisses.