Prenzlauer Unendlichkeits-Runde

Die große Prenzlauer Unteruckersee- & Schlösser-Runde: 70 km Kultur- und Naturkino. Mit Mühle, Schloss und See durch die weite Uckermark.

📍 Tour-Check

  • 🏁 Start & Ziel: Prenzlau

  • 📏 Streckenlänge: ca.70 Kilometer

  • ⏱️ Dauer: ca. 5 bis 6,5 Stunden (je nach Pausenzeit)

  • 🏔️ Charakter: Hervorragend! Sehr gut ausgebauter, separater Radweg an der B109, fantastischer Asphalt zwischen Flieth und Groß Fredenwalde, idyllischer Uferradweg am Unteruckersee.

  • ⭐ Highlights der Strecke: Wassermühle Gollmitz (mit aktivem Wasserrad!), Schloss & Kirche Kröchlindorf, historische Gutshäuser

  • 📥 Download: Prenzlauer Unendlichkeits- Runde.gpx


Wer die Uckermark mit dem Fahrrad erobern will, kommt an der Kreisstadt Prenzlau und den wunderschönen Uckerseen einfach nicht vorbei. Die knapp 70 Kilometer lange Rundtour hat mich mal wieder komplett sprachlos zurückgelassen hat. Das Fazit vorweg: Es ist eine Strecke voller Kontraste – von jahrhundertealter Mühlengeschichte über stolze Schlösser bis hin zu Abschnitten, auf denen man das Gefühl hat, mitten durch die Unendlichkeit zu rollen.

Der Start im Vogelkonzert und historische Entdeckungen Unser Abenteuer beginnt und endet in Prenzlau. Die ersten Kilometer führen entspannt direkt am Ufer des Unteruckersees entlang, bevor es auf einen separaten Radweg parallel zur B109 geht. Wer hier lauten Straßenlärm befürchtet, wird komplett überrascht.

Der Radweg ist so dicht und wunderschön von Bäumen eingefasst, dass der Verkehr völlig in den Hintergrund rückt. Stattdessen geben hier die Vögel im dichten Grün lautstark den Ton an – ein herrlicher Start!

Sobald sich der Wald lichtet, öffnet sich zwischen den Dörfern wieder die für unsere Region so typische, weite Sicht über die sanft geschwungenen Felder. Das erste große Highlight der Tour lässt nicht lange auf sich warten: Die Wassermühle in Gollmitz. Seit mehr als 600 Jahren befindet sich die Mühle an diesem Standort. Nach liebevollen Restaurierungen und aufwendigen Reparaturen ist sie heute ein echtes technisches Denkmal – und das historische Wasserrad wird auch jetzt noch stolz und kraftvoll vom Wasser angetrieben.

Von Prachtbauten und Mini-Dörfern Weiter geht es nach Kröchlindorf, und hier kommt man aus dem Staunen kaum heraus. Schon von Weitem erblickt man die beeindruckende, im Jahr 1867 eingeweihte Kirche. Direkt daneben thront das Schloss Kröchlindorf aus dem Jahr 1848. Nach einer umfassenden Restaurierung strahlt das Gebäude in vollem Glanz und dient heute als wunderschöner Tagungs- und Veranstaltungsort.

Die Qualität des Radwegs ist auf der gesamten Strecke durchgehend hervorragend. Die Route führt durch viele kleine und kleinste uckermärkische Dörfer, bei denen ich schmunzeln musste: Fünfmal kräftig in die Pedale getreten, und schon lag der Ort wieder hinter mir! 😉 Begleitet wird man dabei permanent von einer unglaublichen Naturkulisse. Auch waren besonders viele Greifvögel am Himmel unterwegs – die fleißigen Jäger hatten bei der Thermik alle Hände (oder besser gesagt Flügel) voll zu tun, um ihre Brut in den Nestern zu versorgen.

Hin und wieder am Wegesrand blitzen zudem alte Guts- und Herrenhäuser auf. Viele davon sind fantastisch hergerichtet, befinden sich jedoch in Privatbesitz. Aus Respekt vor der Privatsphäre habe ich hier keine Fotos gemacht – aber das ist nur ein Grund mehr, sich selbst aufs Rad zu setzen und diese Kulisse live zu erleben!

Mitten durch die Unendlichkeit und im Flug der Libellen Zwischen Flieth und Groß Fredenwalde wartet dann ein ganz besonderes Filetstück für Radler: Ein einzigartiger Radweg mit spiegelglattem Asphalt führt mitten durch eine unendliche Weite, die sich links und rechts des Weges auftut. Man spürt den Wind, sieht den Horizont und vergisst augenblicklich jeden Alltagsstress.

Zum großen Finale führt uns der Radweg wieder zurück an den Unteruckersee. Hier rollt man wie durch einen grünen Schilfgürtel direkt am Wasser entlang, während bunte Libellen kreuz und quer vor dem Vorderrad tanzen. Mit einem Kopf voller bleibender Eindrücke und 70 Kilometern mehr auf dem Tacho erreicht man schließlich wieder den Ausgangspunkt in Prenzlau.

Fazit: Eine anspruchsvolle, aber traumhaft zu fahrende Rundtour, die das Beste der Uckermark vereint: Weite, Geschichte, top asphaltierte Radwege und unberührte Natur. Absolut empfehlenswert für Nachahmer!