Mit dem Kajak von Lychen nach Himmelpfort: Seerosen, Woblitz-Magie und pure Ruhe
Wer die Uckermark vom Wasser aus erlebt, lernt ihre entschleunigte Seele erst so richtig kennen. Meine neueste Paddeltour führte mich von der Flößerstadt Lychen über die malerische Woblitz bis zum Weihnachtsdorf Himmelpfort – eine Strecke voller Naturkontraste, glasklarem Wasser und herrlicher Entspannung.
📍 Tour-Check
- 🏁 Start & Ziel: Slippstelle Lychen (Flache, super geeignete Einsetzstelle für Schlauchboote/Kajaks)
- 📏 Streckenlänge: ca. 13 bis 14 Kilometer
- ⏱️ Dauer: ca. 4,5 bis 5,5 Stunden (je nach Kondition und Fotopausen)
- 💪 Schwierigkeitsgrad: Mittel wegen der Länge
- 📥 Download: Paddeln Woblitz.gpx
Startkulisse: Vom Stadtsee auf das offene Wasser Los ging es auf dem Lychener Stadtsee, wo sich ein wunderschöner Blick auf Teile der historischen Altstadt bietet. Nach der Passage unter der Fußgängerbrücke hindurch öffnet sich der Große Lychensee.
Gleich links liegt das idyllische Stadtbad, bevor der Weg vorbei an den Inseln Fischers Werder, Hohes Werder und Langes Werder führt. Wichtig für Naturliebhaber: Anlanden ist hier strengstens untersagt – die Inseln sind geschützte Rückzugsorte für die heimische Vogelwelt.
Entlang der Woblitz: Naturidyll mit dicker Überraschung Am Ende des Großen Lychensees taucht man in die Zufahrt zur Woblitz ein – die geschwungene Wasserstraße, die Lychen und Himmelpfort miteinander verbindet. Mitten im Naturschutzgebiet Uckermärkische Seen schlingelt sich der Fluss durch schattige Wälder und vollkommene Stille.
Ein kleiner Hinweis zur Umsicht: Auf der Woblitz sind Motorboote erlaubt. Mir kam prompt ein mächtiger Ausflugsdampfer entgegen! Da heißt es kurz beiseite paddeln und Ausweichen, denn der Riese hat auf dem schmalen Flusslauf naturgemäß etwas weniger Spielraum als ein wendiges Kajak.
Seerosenblüte und entspannte Enten Kurz vor Himmelpfort lohnt sich ein Blick auf die kleine Furt, die zum Moddersee führt: glasklares Wasser, absolut ruhig und zutiefst schützenswert. Zur aktuellen Jahreszeit zeigt sich die Natur zudem von ihrer prächtigsten Seite: Die Seerosen stehen in voller Blüte und verwandeln die Uferbereiche in ein weiß-grünes Blütenmeer. Sogar die lokalen Enten ließen sich am Woblitz-Ufer von meinem leise vorbei gleitenden Kajak nicht einmal im Nickerchen stören.
Rast in Himmelpfort & Heimkehr In Himmelpfort angekommen, findet sich gleich rechter Hand ein klasse gelegener Wasser- und Wanderrastplatz. Zeit für eine ausgiebige Pause, Beine ausstrecken und Kraft tanken, bevor es auf demselben Weg wieder zurück nach Lychen ging.
Mein Fazit: Ein Hin- und Rückweg, der Muskelkraft fordert, aber den Kopf einmal komplett frei pustet. Die Uckermark vom Kajak aus zu erkunden, bleibt einfach unschlagbar!