🥾 Der Auenpfad Criewen: Wandern im Rhythmus der Oder
Wenn die Oder ihren Platz beansprucht, versinkt diese Landschaft im Wasser. Doch wenn sie den Pfad freigibt, erlebst du pure, ungezähmte Natur. Ein Ausflug in die Polderlandschaft bei Criewen.
📍 Tour-Check
-
🏁 Start & Ziel: Criewen (Nationalparkzentrum)
-
📏 Strecke: ca. 11 km (kurze Runde)
- ⏱️ Dauer: ca. 2,5- 3,0 Stunden (zzgl. Pausen zum beobachten)
-
🏔️ Charakter: Flach, aber wild. Teils Betonplattenwege, teils urige Naturpfade.
-
🦅 Highlight: Erstklassige Vogelbeobachtung (Fernglas nicht vergessen!).
-
⚠️ Wichtiger Hinweis: Diese Tour ist ein echtes Naturerlebnis und deshalb sensibel. Bitte bleibt unbedingt auf den Wegen!
- 📥 Download: Der Auenpfad Criewen.gpx
🚨 Bevor du losgehst: Die Auen sind bei Hochwasser nicht begehbar. Auch Vogelbrutzeiten oder die Afrikanische Schweinepest können zu Sperrungen führen. Informiere dich unbedingt vorab über aktuelle Einschränkungen unter: Nationalpark Unteres Odertal - Aktuelle Infos
Der Nationalpark Unteres Odertal ist einzigartig in Deutschland, und der Auenpfad führt dich mitten hinein in diese faszinierende Flusslandschaft. Start und Ziel dieser Wanderung ist das beschauliche Criewen. Wer hier losläuft, merkt schnell: Die Uhren ticken hier anders – nach dem Rhythmus des Flusses und den wechselnden Wasserständen und dem Vogelzug.
Mal gibt die Oder den Weg durch die Polder frei, mal beansprucht die Natur die Auen komplett für sich. Ein ständiger Wandel, der diese Wanderung so spannend macht.
Drei Wege, ein Erlebnis
Das Schöne am Auenpfad ist seine Flexibilität. Je nach Kondition und Zeit kannst du zwischen drei Runden wählen:
-
Die Kurze: ca. 11 km (meine Wahl diesmal)
-
Die Mittlere: ca. 13 km
-
Die Große: ca. 18 km
Pure Natur und weite Blicke
Gleich hinter Criewen geht es hinaus in die Auen (Polder). Der Weg ist gut begehbar, aber man spürt sofort die Weite. Links voraus sieht man in der Ferne noch die Silhouette von Schwedt, während rechts voraus die Hügelketten auf der polnischen Seite und der kleine Ort Zatoń Dolna grüßen.
Hier sind die Geräusche anders als im Wald. Kein Rascheln im Unterholz, sondern das Pfeifen des Windes im Schilf und das ferne Rufen der Wasservögel.
Auf Augenhöhe mit den Bewohnern
Die Vogelwelt hier ist wachsam – und das aus gutem Grund!
Ein kleiner Moment zum Schmunzeln: Ich hatte einen Silberreiher im Visier und wollte ihn gerade mit dem Fernglas beobachten, da hatte er mich schon längst entdeckt und nahm Reißaus. Ganz ehrlich? Ich würde auch fliehen, wenn jemand auf mich zukommt, der gefühlt zwanzigmal so groß und schwer ist wie ich! Auch eine Gruppe Kraniche am Ende der Tour suchte lieber Schutz hinter dem nächsten Schilfgürtel. Es ist ihr Wohnzimmer, wir sind hier nur zu Gast.
Vom Deich auf den Wildnis-Pfad
Ein Teil der Strecke führt über den Oderdeich, bevor es rechts abbiegt auf einen echten Naturpfad. Hier ist nichts begradigt oder gepflegt: Was wächst, das wächst. Was umfällt, bleibt liegen. Manchmal muss man sich seinen Weg um liegende Baumstämme suchen – ein herrlich wildes Wandergefühl!
Mein Fazit:
Der Auenpfad ist Pflichtprogramm für jeden Uckermark-Fan. Die Mischung aus der Weite der Polder und dem wilden Naturpfad am Ende macht die 11 km zu einer echten Entdeckungsreise. Man kommt dem Fluss und seinen Bewohnern unglaublich nah – wenn man sich leise verhält.