Paddeln Kleine Biberburgentour

Saisonstart in Gartz (Oder)! Erlebe eine geführte Paddeltour zu den imposanten Biberburgen im Nationalpark Unteres Odertal.

📍 Kurz- Infos zur RangerTour

  • 🏁 Start & Ziel: Strand Gartz (Oder)
  • ⏱️ Dauer: ca. ca. 3,5 bis 4,5 Stunden (inklusive Pausen zum beobachten& rasten)
  • 💶 Kosten: 55 €, inkl. Boot, wasserdichtes Fass & Schwimmweste (Stand 2026)
  • 📝 Anmeldung: Erforderlich unter flusslandschaft-reisen.de
  • 📊 Niveau: Einsteigerfreundlich (inkl. Paddel-Einweisung)
  • ✨ Highlights: Riesige Biber-Villen, Wikinger-Routen, Seeadler-Sichtungen
  • 🎒 Tipp: Genug Proviant und Wasser mitnehmen!

Saisonstart in Gartz (Oder)

Lange habe ich auf diesen Tag hingefiebert, und am 2. Mai 2026 war es endlich so weit: Der Saisonstart der Kanutouren im Nationalpark Unteres Odertal stand an. Unser Abenteuer begann am Strand von Gartz (Oder), wo die noch leeren Boote im weichen Licht am Ufer warteten – ein Anblick, der sofort Lust aufs Losfahren macht.

Bevor wir jedoch in die Boote stiegen, gab es von unserer Naturführerin viel Wissenswertes über dieses einzigartige Gebiet. Das Untere Odertal ist nicht nur eine atemberaubende Kulisse, sondern ein lebenswichtiger Wasserspeicher und Regulator für die gesamte Region, besonders bei Hochwasser. Nach einer kurzen Trockenübung mit dem Paddel und dem wichtigen Hinweis, dass wir umso mehr wahrnehmen, je leiser wir selbst sind, glitten wir endlich ins Wasser.

Zwischen Wikinger-Routen und geschichtsträchtigen Schleusen

Gepaddelt wurde auf der Westoder sowie ihren Nebensträngen. Es ist ein faszinierendes Gefühl, wenn man bedenkt, dass wir auf Routen unterwegs waren, die schon die Wikinger genutzt haben sollen. Wir hatten zwar keine Hörnerhelme auf dem Kopf, dafür aber einen guten Sonnenschutz – und die Begeisterung war sicher ähnlich groß. 

Ein echtes Highlight waren die Durchfahrten der über 100 Jahre alten Schleusen. Obwohl die Tore heute nicht mehr funktionieren, sind die Bauwerke selbst noch so gut erhalten, dass man nur staunen kann. In einer Zeit, in der viele moderne Bauwerke schnell verwittern, wirken diese Relikte wie für die Ewigkeit gemacht.

Biber-Luxusvillen und die Gärten der Baumeister

Der Name „Kleine Biberburgentour“ war fast schon eine Untertreibung. Was wir zu sehen bekamen, waren keine kleinen Hütten, sondern wahre Luxusvillen der Tierwelt. Diese imposanten Bauwerke zeigten uns eindrucksvoll, was für großartige Baumeister Biber sind. Doch sie sind mehr als das: Sie sind auch Gärtner! Rund um ihre Burgen legt der Biber regelrechte Gärten an und pflanzt gezielt das an, was er zum Leben braucht. Es ist ein faszinierendes Zusammenspiel zwischen Tier und Natur, das man so nur vom Wasser aus wirklich begreifen kann.

Naturkino und der Blick zum Land

Die Geräuschkulisse auf der gesamten Tour war einfach einmalig. Ein ständiges Konzert von Schilfrohrsängern, Rohrschwirlen und Weißbartseeschwalben begleitete uns. Wer genau hinsah, konnte im klaren Wasser sogar Wasserschnecken und Muscheln entdecken, während über uns Seeadler, Rohrweihen und Trauerseeschwalben ihre Kreise zogen.

Besonders spannend war der Perspektivwechsel: Normalerweise schaue ich bei meinen Wanderungen von Land aufs Wasser – heute war es umgekehrt. Der Blick zum Land offenbarte zwar oft nur das hohe, trockene Schilf, ließ aber erahnen, wie früher hier auf den Landflächen zwischen den Oderarmen Heu geerntet und über alte Brücken abtransportiert wurde. Von diesen Übergängen lassen sich auch heute noch Überreste entdecken.

Ein Baum mit Charakter und die Stille des Kanals

Ein besonderer Blickfang am Ufer war ein prachtvoller Spitzahorn – laut unserer Rangerin ihr absoluter Lieblingsbaum, und man versteht sofort, warum. Seine Präsenz am Ufer ist einfach majestätisch. Doch die Tour hielt auch nachdenkliche Momente bereit: Als wir in einen schmalen, wasserarmen Nebenkanal einbogen, mussten wir nach nur 100 Metern umkehren. Der Wasserstand reichte einfach nicht aus – ein deutliches Zeichen des fehlenden Regens und des Klimawandels in unserer Region.

Fazit eines perfekten Tages

Trotz der niedrigen Wasserstände war diese Art der Fortbewegung für mich eine wunderbare neue Erfahrung. Das Wetter war „Bombe“, die Atmosphäre auf dem Wasser herrlich entspannt und die Eindrücke tiefgreifend. Nach gut vier Stunden auf der Westoder bin ich mir sicher: Das war garantiert nicht meine letzte Paddeltour im Nationalpark!