🎼Brandenburger Konzertfrühling: Wenn der Grumsin zum Hörsaal wird

📍 Kurzinfos zur RangerTour:

  • Start: Infopunkt Weltnaturerbe Altkünkendorf

  • Dauer: ca. 4 Stunden für 6 entspannte Kilometer

  • Veranstalter: Naturwacht Brandenburg (kostenfrei!)

  • Termine & Anmeldung: Weitere Touren findest du im Veranstaltungskalender der Naturwacht
  • Must-have: Fernglas, Trinken & Neugier


Wir alle kennen das: Man wandert durch den majestätischen Buchenwald Grumsin, genießt die Stille und plötzlich... pieps. Dann triller. Und von links ein zeter. Bisher war das für mich einfach die wunderschöne Hintergrundmusik meiner Touren. Aber diesmal wollte ich es genau wissen: Wer piepst mich da eigentlich ständig an?

Um das herauszufinden, habe ich mich der RangerTour der Naturwacht Brandenburg angeschlossen. Das Thema: „Vogelführung im Weltnaturerbe“.

Mehr als nur ein Spaziergang

Treffpunkt war der Infopunkt in Altkünkendorf. Was mich sofort beeindruckt hat: Die Tour war kostenfrei, aber alles andere als "umsonst". Für die ca. 6 Kilometer haben wir uns satte 4 Stunden Zeit gelassen. Das klingt erstmal viel, aber wenn man wirklich hinhört, vergeht die Zeit wie im Flug.

Tipp vom Profi: Ein Fernglas ist bei so einer Tour Gold wert! Wer keins hat: Der Ranger hatte sogar Leih-Geräte dabei. Und ganz wichtig – Packt euch genug Verpflegung und Wasser ein, denn "aktives Zuhören" macht hungrig!

Logenplätze im Feuchtgebiet

Schon nach den ersten hundert Metern verließen wir die Theorie. In einem Feuchtgebiet direkt am Rand des Buchenwaldes konnten wir Graugänse, Stockenten und Blesshühner beobachten, während über uns ein Storch seine Kreise zog. Dank Fernglas fühlte man sich fast so, als säße man mit im Nest.

Das ungeplante Highlight: Gäste ohne Federn

Mitten im dichten Buchenwald passierte dann das, was man auch als erfahrener Wanderer selten erlebt: In etwa 150 Metern Entfernung kreuzte plötzlich eine große Wildschweinrotte unseren Weg. Sogar winzige Frischlinge waren dabei! Wir hielten alle den Atem an und beobachteten das Schauspiel, bis der letzte Ringelschwanz im Unterholz verschwunden war. Ein Moment, den man so schnell nicht vergisst.

Von Zilpzalp bis Mönchsgrasmücke

Dann ging es ans "Vokabeln lernen". Grauammer, Goldammer, Zilpzalp und Mönchsgrasmücke – Namen, die ich vorher noch nie gehört hatte. Der Ranger hat sich unglaublich viel Zeit genommen, jedem Pieps das richtige Gesicht zuzuordnen.

Werde ich morgen jede Vogelstimme im Schlaf erkennen? Sicher nicht. Aber das Verständnis für die Bewohner des Waldes ist gewachsen. Es ist ein tolles Gefühl, nicht mehr nur durch ein "grünes Wohnzimmer" zu laufen, sondern die Nachbarn beim Namen zu kennen.

Mein Fazit: Schaut (und hört) mal genauer hin!

Wer die Natur nicht nur durchqueren, sondern wirklich verstehen will, dem kann ich die RangerTouren nur ans Herz legen. Es verändert den Blick auf den Wald komplett. Und für die Zeit zwischen den Touren? Da helfen mir jetzt gute Apps auf dem Smartphone weiter, damit ich irgendwann mehr erkenne als nur das Kikeriki vom Nachbarshahn.

Wenn du jetzt auch Lust bekommen hast, den Grumsin oder andere Ecken der Uckermark mit einem Ranger zu entdecken: Schau unbedingt mal in den Veranstaltungskalender der Stiftung Naturschutzfonds. Dort gibt es regelmäßig tolle Angebote, oft sogar kostenlos!