Gänsehaut in Jagow – Wenn die Dorfkirche zur Kinobühne wird
Ein Nachmittag für die Sinne Nach einer herrlichen Wanderung rund um Jagow in der Gemeinde Uckerland im Landkreis Uckermark erwartete mich am Samstag ein kulturelles Highlight der ganz besonderen Art. Die Dorfvereine von Jagow hatten zu einem Konzert mit Film- und Musicalmelodien in die örtliche Kirche eingeladen – und was soll ich sagen? Es war ein Erlebnis für alle Sinne.
Ein Fest für die Augen und die Nase Schon beim Betreten der Kirche fiel der Blick auf die liebevolle und stimmungsvolle Inszenierung des Raumes. Statt klassischer Strenge erwartete uns ein wahres Blütenmeer: Ein riesiger Fliederstrauch neben dem Altar verbreitete einen betörenden Duft, der sofort eine wohlige Atmosphäre schuf. Ergänzt wurde das Ganze durch frische Birkenzweige und eine – für ein Gotteshaus eher ungewöhnliche, aber fantastisch passende – Illumination. Die bunten Lichter tauchten die alten Mauern in ein modernes, farbenfrohes Gewand.
Gastfreundschaft, die von Herzen kommt Was wäre ein solcher Nachmittag ohne das leibliche Wohl? Die Frauen des Ortes hatten sich selbst übertroffen. Es gab Sekt, Saft und Wasser zur Begrüßung. In der Pause wurden wir mit selbstgebackenem Kuchen in mundgerechten Portionen, duftendem Kaffee sowie herzhaften Schnittchen und Spießchen verwöhnt. Das Beeindruckende: Die Verpflegung war komplett kostenfrei! Am Ende wurde um eine Spende gebeten – eine Bitte, der ich nach diesem Engagement und der Qualität des Gebotenen mehr als gerne nachgekommen bin.
Von Hollywood nach New York: Das Konzert Musikalisch wurden wir auf eine Reise durch die Filmgeschichte mitgenommen. Von den epischen Klängen aus Star Wars („Ich bin dein Vater“) über den smarten Sound von James Bond (natürlich geschüttelt, nicht gerührt!) und die Abenteuerlust von Indiana Jones bis hin zu den Rhythmen der Piraten der Karibik – die Auswahl war grandios, wobei das Brandenburgische Konzertorchester Eberswalde den perfekten klanglichen Rahmen schuf.
Doch der absolute Höhepunkt war der Auftritt der Solistin Aleksandra Todorovic. Bei ihrer Interpretation von „Memory“ aus dem Musical Cats herrschte absolute Gänsehaut-Garantie im Kirchenschiff. Auch bei „Ich war noch niemals in New York“ bewies sie ihr Ausnahmetalent. Aleksandra stand nicht einfach nur da; ihre ausdrucksstarke Mimik und die feinen Bewegungen im Rhythmus der Musik machten ihren Vortrag nicht nur hörenswert, sondern zu einem echten Seh-Erlebnis.
Mein Fazit: Ein Konzert dieser Qualität könnte problemlos auf den großen Bühnen der Welt bestehen. Umso schöner ist es, dass es hier, mitten in einem Dorf, stattfand. Ein riesiges Dankeschön an die Dorfvereine Jagow für diesen mehr als gelungenen Nachmittag!