Uckermärker Landrunde Tag 2

Warnitz - Biesenbrow (ca. 17 km)

📍 Tour-Check: Etappe 2

  • 🏁 Start: Bahnhof Warnitz (Quartier/Parkplatz)

  • 🏁 Ziel: Biesenbrow Mitte

  • 📏 Streckenlänge: ca. 17 Kilometer

  • ⏱️ Dauer: ca. 4,5 – 5,5 Stunden (zzgl. Pausen zum Beobachten)

  • 🏔️ Charakter: mittel (wegen der Länge), weitgehend flach, sehr aussichtsreich

  • 🚶 Wegbeschaffenheit: Überwiegend Feld- und Waldwege, in den Ortschaften Pflasterstein und befestigte Straßen, kurz vor Biesenbrow ehemalige Bahntrasse

  • 🏠 Einkehrmöglichkeit: keine

  • 📥 Download: Uckermärker Landrunde Tag 2.gpx


🥾 Uckermärker Landrunde Tag 2: Von Biberburgen und dem „Herrn im Haus“

Und wieder mal  hieß es für mich: Rucksack auf und ab in die Weite! Die zweite Etappe der Uckermärker Landrunde stand an. Von Warnitz nach Biesenbrow – 17 Kilometer purer Naturgenuss (und ein bisschen brennende Waden).

Logistik, die glücklich macht

Mein Auto wartete in Biesenbrow, während mich Bus und Bahn pünktlich zum Start nach Warnitz brachten. Ein großes Lob an die Markierung: Der rote Punkt auf weißem Grund 🔴 ist so perfekt platziert, dass man mein geliebtes Komoot eigentlich gar nicht bräuchte.

Das Orchester am Dolgensee

Kaum hatte ich die Bahngleise in Warnitz unterquert, empfing mich ein Chor aus Singvögeln. Am Ufer des Dolgensees wurde es dann „architektonisch“: Ich stand fassungslos vor einem Baum, den ein Biber gefällt hatte. Wie viel Ausdauer (und Zahnfleisch!) muss man für so einen Stamm haben? Währenddessen brütete auf der anderen Seeseite ein Schwanenpaar in aller Seelenruhe – Idylle pur.

Zwischen Autobahnlärm und Blütenzauber

In Melzow gab es den perfekten Weitblick, bevor es kurz laut wurde: Die Autobahnbrücke. Ein kurzer Kontrast zur Stille, aber hey, wir nutzen sie ja alle mal. Danach entschädigte mich Grünheide mit summenden Obstplantagen und Schmiedeberg mit einer beeindruckenden Feldsteinkirche und einem lautstarken Hahn-Konzert.

Hinter Schmiedeberg wurde es magisch. Der Duft blühender Bäume lag in der Luft, und die Felder waren gespickt mit Söllen. Diese geheimnisvollen Wasserlöcher sind Relikte der letzten Eiszeit: Als das Eis schmolz, blieben riesige „Toteisblöcke“ im Boden stecken. Nach ihrem Auftauen hinterließen sie diese wassergefüllten Hohlformen ohne natürlichen Abfluss – sie wirken wie natürliche Swimmingpools und bieten Fröschen und Unken ein perfektes Zuhause.

Das Highlight: Die Begegnung mit dem „Adel“

Und dann passierte es: Zweimal schossen Rehe direkt vor mir aus dem Unterholz! Doch das Beste hob sich die Uckermark für den Schluss auf. Kurz vor Biesenbrow stand ich plötzlich vor einer Gruppe Rotwild. Drei Damen und ein kapitaler Hirsch mit einem wunderschönen, herzförmigen Geweih. Sie ließen sich durch meine grüne Mütze nicht aus der Ruhe bringen und ich konnte sie minutenlang durch das Fernglas beobachten. Mein erster Hirsch in freier Natur – was für ein majestätischer Anblick!

Mein Fazit

Nach 17 Kilometern (und einem weiteren riesigen Biberdamm kurz vor dem Ziel) bin ich in Biesenbrow eingelaufen. Müde, aber mit einem Kopf voller Bilder. Wer die Natur liebt und auch mal einem Hirsch „Guten Tag“ sagen will, muss diese Etappe wandern!