Radtour Uckermark: Gutsherrenradtour Teil 1 ab Prenzlau
Die Gutsherrenradtour (Etappe 1): Weite, Wild und märkische Schätze
Die Gutsherrenradtour ist eine der imposantesten Rundstrecken der Region. Da sie mit ihrer Gesamtlänge von gut 100 Kilometern eine ordentliche Kondition fordert, habe ich sie für euch in zwei Etappen aufgeteilt. In diesem ersten Teil erfahrt ihr alles über den Abschnitt von der Schwanenstadt Prenzlau durch die endlose Weite über Seehausen, Gramzow, Eickstedt und zurück.
📍 Tour-Check
🏁 Start & Ziel: Prenzlau
- 📏 Streckenlänge: ca. 55 Kilometer
- ⏱️ Dauer: ca. 4– 5 Stunden (zzgl. Pausen zum beobachten& picknicken)
- 🏔️ Charakter: Einfache E-Bike-Tour. Für alle Fitnesslevel. Überwiegend befestigte Wege. Kein besonderes Können erforderlich.
- ⛰️ Höhenunterschiede: anspruchsvoll – auf und ab 20- 80 Höhenmeter
- 📥 Download: Gutsherrenradtour Teil 1.gpx
Der Start in der Schwanenstadt
Am frühen Vormittag fiel der Startschuss in Prenzlau. Es war einer dieser Morgen, an denen die Luft noch empfindlich kalt ist, aber die Sonne schon mit so viel Kraft am stahlblauen Himmel steht, dass man die Wärme förmlich herbeisehnt. Bevor man die Stadt verlässt, sollte man kurz innehalten: Der Schwan ist hier nicht nur das Wappentier, sondern eine echte Berühmtheit. Eine stolze Schwanen-Bronzestatue im Stadtzentrum erinnert an die Verbundenheit der Prenzlauer zu ihrem gefiederten Liebling.
"Meer-Feeling" am Unteruckersee
Schon nach wenigen Kilometern öffnet sich die Landschaft und man steht am Ufer des Unteruckersees. Ich sage es euch: Wer hier steht, denkt nicht an einen Binnensee. Die schiere Größe und das Glitzern der Wellen lassen einen glauben, man stünde direkt an der Ostsee. Der Radweg führt herrlich am Westufer entlang. An einem der langen Stege, die weit in den See hineinragen, musste ich einfach anhalten. Das Wasser ist so unglaublich klar und sauber, dass man bis auf den Grund schauen kann – ein echtes Qualitätsmerkmal unserer Uckermark.
Spektakuläre Naturbegegnungen
Was diesen Tag so besonders machte, war die Ruhe. Links und rechts des Weges herrscht dieser typische uckermärkische Platz – keine Enge, kein Lärm. Das scheint auch das Wild zu schätzen: In vollem Galopp querte plötzlich ein gutes Dutzend Rotwild den Radweg. Ein kraftvoller Anblick, der einem kurz den Atem stocken lässt!
Wenig später die nächste Begegnung: Zwei Kraniche standen keine 100 Meter von mir entfernt auf einer Wiese. Statt hektisch zu flüchten, schritten sie mit einer aristokratischen Gelassenheit davon, blieben kurz stehen und ließen ihr lautes Trompeten über die Felder schallen. In solchen Momenten weiß man wieder, warum man das Radfahren hier so liebt.
Von Wettersteinen und Steinwürfen der Riesen
In Zollchow stieß ich auf die wohl ehrlichste Wetterstation der Welt: Ein Stein, der an einer Kette hängt. Die Logik ist bestechend einfach: Ist der Stein trocken, scheint die Sonne; ist er nass, regnet es. An diesem Tag war er staubtrocken – die Wetterwarte hatte also recht!
Die Strecke führt weiter durch die wellige Landschaft zu einem bizarren Naturdenkmal bei Strehlow. Mitten auf einem Feld liegt ein riesiger Findling. Die Legende besagt, dass sich hier einst Riesen mit Felsen beworfen haben. Wenn man die Größe dieses Kolosses sieht, fällt es schwer, an eine rein geologische Erklärung durch die Eiszeit zu glauben.
Rast am See und hexenhafte Begegnungen
In Potzlow am Großen Potzlowsee war Zeit für die erste große Pause. Es gibt kaum etwas Schöneres, als windgeschützt auf einer Bank in der Sonne zu sitzen, auf den See zu blicken und zu spüren, wie es endlich richtig warm wird.
Frisch gestärkt ging es weiter Richtung Seehausen, wo eine Einkehr im Bäumihof fast schon Pflicht ist. Unterwegs passiert man immer wieder die namensgebenden Gutsherrenhäuser und in fast jedem Dorf eine dieser wunderschönen, alten Feldsteinkirchen, die so typisch für unsere Region sind.
In Blankenburg wartete noch eine Überraschung am Wegesrand: Die Hexe Walpurgis, die auf ihrem Besen reitet. Ein schmunzelndes Fazit am Ende der Tour: Ob auf dem Besen oder dem Fahrrad – Hauptsache, man kommt vorwärts und genießt die grenzenlose Freiheit der Uckermark.
Fazit zur Strecke
Die Wege sind überwiegend hervorragend asphaltiert, sodass man den Kopf frei hat, um nach links und rechts zu schauen. Der Rückweg nach Prenzlau führte mich entlang der L25. Da es Wochenende war, hielt sich der Verkehr stark in Grenzen und ich konnte die Tour entspannt ausrollen lassen.