Wintermärchen- Wanderung von Stützkow
Eis-Polder & Barfuß-Mut: Das Wintermärchen von Stützkow
Es gibt Tage, an denen die Natur im Nationalpark Unteres Odertal nicht einfach nur eine Kulisse ist, sondern eine eigene Sprache spricht. In Stützkow, wo der Blick weit über die geflutete Aue schweift, hat der Winter ein Meisterwerk aus Glas und Licht geschaffen.
📍 Tour-Check
🏁 Start & Ziel: Parkplatz Stützkow / Aussichtsturm Stützkow
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📏 Streckenlänge: 7,88 Kilometer
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⏱️ Dauer: ca. 2 Stunden (zzgl. Pausen zum Beobachten)
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🏔️ Charakter: Absolut flach, aber durch Eis und Wasser abenteuerlich 🧊🌊
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✨ Highlights:
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🔭 Aussichtsturm Stützkow ❄️ Eisgang auf der Oder 🦦 Nutria-Beobachtungen 🦅 Vogelformationen am Winterhimmel
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Wichtig im Winter: Die Begehbarkeit der Polderwege ist wasserstandsabhängig – „Wat-Tauglichkeit“ oder Mut zur Barfuß-Einlage einplanen!
- 📥 Download: Wanderung von Stützkow.gpx
Die Wanderung beginnt am Parkplatz in Stützkow. Nicht weit hiervon führt die Brücke über die Alte Oder, und schon öffnet sich der Blick auf das Odertal und die malerische gefrorene Polderlandschaft. Wann hat man hier in unseren Breiten schon die Gelegenheit, eine solche Winterwunderlandschaft zu beobachten?
Der Wächter des Tals
Immer dem Deich folgend erreichst du den Aussichtsturm Stützkow. Wie eine Landmarke aus Holz und Stahl ragt er über den Deich und bietet schon zu Beginn das große Panorama: Eine zugefrorene Oder, die unter dem weiten Himmel Brandenburgs glitzert wie ein Meer aus Bergkristall.
Das wilde Puzzle der Oder
Direkt am Strom zeigt die Oder ihr raues Wintergesicht. Sie fließt nicht, sie ruht – aber in einem wilden Aufruhr. Unzählige Eisschollen haben sich verkeilt, liegen wirr neben- und übereinander geschichtet und bilden ein dichtes, weiß-blaues Mosaik, das die gesamte Breite des Flusses einnimmt. Es ist ein Anblick von urwüchsiger Kraft.
Formationen am Winterhimmel und am Wegesrand
Über dieser Stille spielt sich das große Flugspektakel ab. Es ist, als hätten die Vögel heute ihre eigenen Choreografien einstudiert: Schwäne ziehen geräuschvoll in Formation über das Eis, gefolgt von Wildgänsen sowie Grau- und Silbereihern. Sogar Kormorane gleiten in exakten Keilformationen durch die kühle Luft – ein seltener und majestätischer Anblick.
Am Boden hingegen herrscht tiefe Gelassenheit. In der Nähe der Wasserläufe lassen sich die heimlichen Bewohner, die Nutrias, beobachten. Ganz ohne Scheu, fast so, als wüssten sie um den Frieden dieses Tages, lassen sie den Wanderer bis auf zehn Meter herankommen, während sie im Schnee nach Nahrung suchen.
Die Mutprobe: Eine Kneippkur im Polder
Dass Natur auch körperlich spürbar ist, zeigt sich an einer Senke auf dem Polderweg. Wo das eiskalte Wasser der Überflutung den Weg übernimmt, verwandelt sich die Wanderung in ein echtes Abenteuer.
Stiefel aus, Socken weg, die Hosen hochgekrempelt – und dann der Gang durch das wadentiefe, schneidend kalte Wasser. Die „Kneippkur“ brennt auf der Haut, doch nach den zehn Metern durch die Flut folgt eine wohlige Wärme.
Die absolute Stille
Wenn schließlich die Sonne durch die Wolken bricht, beginnt alles um einen herum zu spiegeln und zu funkeln. In den Momenten, in denen der Flugverkehr am Himmel pausiert und das eigene Knirschen der Schritte im Schnee verstummt, tritt sie ein: die absolute Stille.